Aktenzeichen XY vom 10. Februar 2016

Die mit Abstand meisten Hinweise in der letzten Sendung gingen zum mysteriösen Vermisstenfall von Rosi Strohfuß ein. Bereits am Tag nach der Sendung hatten sich über 100 Zuschauer bei der zuständigen Polizeibehörde gemeldet. Aber auch zu den anderen Fällen der XY-Ausgabe vom 10. Februar 2016 gab es Anrufe. Der Rückblick.

Am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages 2014 gingen Rosi und ihr Mann Horst Strohfus gemeinsam zu Bett. Als der Ehemann zwischen 2 und 3 Uhr in der Nacht aufwachte, war das Bett neben ihm leer. Zunächst dachte er, seine Frau sei nur zur Toilette gegangen, doch als er später aus dem Fenster schaute, entdeckte er, dass das Auto – ein blauer Dacia Logan mit dem Kennzeichen SB-RH 7000 – nicht mehr in der Einfahrt stand. Das Nachthemd seiner Frau lag im Keller. Seit diesem Tag sind Rosi Strohfus und der blaue Dacia Logan spurlos verschwunden. Nach einer Krebserkrankung und zwei Schlaganfällen war die lebenslustige ehemalige Wirtin ständig auf Medikamente angewiesen. Diese nahm sie – genau wie Kleidung, Geld oder Papiere – aber nicht mit.

Die überwiegende Mehrheit der nach der Sendung eingegangenen Hinweise bezogen sich auf Sichtungen des Wagens von Rosi Strohfus. So will ein Zeuge den blauen Dacia Logan mit dem charakteristischen Blechschaden in einer Online-Börse für Gebrauchtfahrzeuge gesehen haben. Ein weiterer Anrufer gab an, die 59-jährige Frau vor ihrem Verschwinden in einem Chatroom kennengelernt zu haben. Stephan Laßotta von der Landespolizeidirektion des Saarlandes sprach nach den ersten 100 eingegangenen Hinweisen allerdings davon, dass “eine heiße Spur leider noch nicht dabei” sei. Dennoch würden alle Hinweise natürlich überprüft. [1] [2]

Unterschiedliche Angaben zu Qualität und Quantität gab es laut der “Welt” zur Topfahndung anlässlich der sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht auf dem Hamburger Kiez. Nach Angaben der Polizei seien zu den gezeigten Personen gerade einmal drei Hinweise eingegangen, bei denen die heiße Spur nicht dabei gewesen wäre. Eine Sprecherin des ZDF hingegen sprach von einem “großen Zuschauerecho”. Mehrere Hinweisgeber hätten Personen auf den Bildern wiedererkannt, zwei Hinweise auf eine Einrichtung, in denen sich einer der Männer zuvor aufgehalten haben solle, seien sogar sehr konkret gewesen. Diese Darstellung bestätigte auch Rudi Cerne in einem Interview mit dem Radiosender NDR 90,3. Demnach seien rund ein Dutzend Hinweise eingegangen. [1] [2] [3]

Bereits im Studio berichtete Alfred Hettmer davon, dass es zum Raubüberfall auf das zahnmedizinische Labor sehr konkrete Hinweise gebe. Dieser ereignete sich im Oktober 2014 in Erbach im Odenwald (Hessen). Der Täter verschaffte sich – als Postbote verkleidet – Zutritt zu den Räumlichkeiten der Firma und zwang eine Angestellte mit Waffengewalt zur Öffnung des Tresors; er erbeutete Edelmetall im Wert von mehreren tausend Euro. Im ZDF-Teletext äußerte sich der Sender dahingehend, dass es noch in der Sendung Hinweise zum Täter gegeben habe – zum Teil mit konkreten Namensnennungen. [1]

Zu den mit Fotos gesuchten Geldautomaten-Manipulierern in Nürnberg gingen laut Bayrischem Rundfunk “Anrufe im zweistelligen Bereich ein”. Zur Qualität dieser Hinweise äußerten sich die zuständigen Ermittler nicht. Sie würden in den kommenden Tagen überprüft. Die beiden Täter hatten in Nürnberg, Hessen und Baden-Württemberg Geldautomaten mit Minikameras und Rekordern ausgestattet, die die Kartennummer aufzeichneten und die PIN-Eingabe abfilmten. Weltweit hatten sie später Geld von den Kundenkonten abgeholt. Die Polizei vermutet, dass der oder die Täter eventuell im Ausland leben könnten und nur für die Taten nach Deutschland reisen würden. [1]

5,71 Millionen Zuschauer schalteten die zweite Sendung des Jahres 2016 ein. Ein guter Wert, musste sich XY doch nur dem DFB-Pokalspiel zwischen dem VfL Bochum und dem FC Bayern München geschlagen geben (7,30 Mio. Zuschauer). [1]

Einen Erfolg verbuchen konnten der Zentrale Kriminaldienst Lingen und die Staatsanwaltschaft Osnabrück zum Raubüberfall auf einen Juwelier in Nordhorn. Dieser wurde bereits in der Januar-Sendung von XY ausgestrahlt. Der Überfall hatte sich am 9. April 2015 in den Räumlichkeiten des Juweliers Hölscher ereignet. Gegen 10 Uhr betraten die drei maskierten und bewaffneten Täter das Geschäft und bedrohten die beiden Angestellten. Einer der Männer schlug mit einer Axt die Rückwand der Schaufenster ein. Ganze 49 Sekunden dauerte der Überfall nur und dennoch konnten die Täter mit 37 Breitlinguhren im Wert von mehr als 100.000€ entkommen. So gezielt wie scheinbar die Tatausführung war, so ungewöhnlich war der eingeschlagene Fluchtweg. Die Täter flüchteten mit einer Sporttasche, in welcher sie die Uhren verstaut hatten, zunächst Richtung St. Augustinus-Kirche und weiter in den Stadtpark, in welchem sie mit einem Schlauchboot auf das andere Ufer der Vechte übersetzen. Hier ließen sie das Boot und Teile des Tatwerkzeuges zurück und flüchteten weiter zu einem zuvor in Bad Bentheim gestohlenen VW Golf mit dem Kennzeichen NOH-JC 99. Zunächst führten DNA-Spuren zu zwei der drei Täter, die in Deutschland und Litauen bereits in Haft sitzen. Nun konnte auch der dritte Täter identifiziert werden. Es handelt sich um einen 31-jährigen Litauer, dessen Aufenthaltsort derzeit unbekannt ist. Es wurde wegen schweren Raubes Haftbefehl erlassen. [1]

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