Aktenzeichen XY vom 16. Oktober 2013

Schon in den vergangenen Tagen war die mediale Aufmerksamkeit im Vorfeld der gestrigen XY-Sendung hoch. Dieses war der Tatsache geschuldet, dass erst in der vergangenen Woche langsam “durchsickerte”, dass der Fall Madeleine McCann Gegenstand der Ausgabe sein würde. So lag ein eindeutiger Schwerpunkt auf dem Verschwinden der 3-jährigen aus einer portugiesischen Ferienanlage im Jahr 2007. In über 30 Minuten der Sendezeit wurde der Fall filmisch aufgearbeitet und sowohl Andy Redwood, einer der zuständigen Scotland Yard – Ermittler, als auch Maddies Eltern Gary und Kate McCann kamen zu Wort. Auch aus diesem Grund war Aktenzeichen XY … ungelöst am gestrigen Mittwoch auf 2 Stunden angesetzt.

Bereits am Montag war der Fall in Großbritannien in der Sendung Crimewatch (BBC one) neu aufgegriffen worden. Neue Ermittlungen haben ergeben, dass es bzgl. des mysteriösen Verschwindens der kleinen Maddie möglicherweise Verbindungen in die Niederlande oder nach Deutschland gibt. So war der Auftritt von Maddies Eltern und der Filmfall sowohl am Dienstag im niederländischen XY-Ableger Opsporing verzocht als auch gestern im ZDF die logische Konsequenz.

Dieser Mann soll zum Zeitpunkt von Maddies Verschwinden ein Mädchen im Pyjama Richtung Strand getragen haben. Ist es Maddies Entführer?
Dieser Mann soll zum Zeitpunkt von Maddies Verschwinden ein Mädchen im Pyjama Richtung Strand getragen haben. Ist es Maddies Entführer?

Auch in den ersten Ergebnissen, die nach der Sendung im Internet und Videotext abrufbar waren, war von einer wahren “Hinweisflut” die Rede. Bis 23.15 Uhr gingen rund 500 Hinweise ein. Ein großer Teil der Anrufer will Madeleine McCann in den letzten Jahren an unterschiedlichsten Orten gesehen haben. Dennoch warnte schon Alfred Hettmer bei der Abfrage in der Sendung vor zu großer Euphorie.

Am Tag nach XY ist das Medienecho zum Fall Maddie immer noch riesig. Der Spiegel widmet sich in einem großen Beitrag mit dem Titel “Maddies Eltern im ZDF: “Es klingt nach einem Durchbruch”” dem Thema. Auch der Focus berichtet in seiner TV-Kolumne davon, dass “Maddies Mutter appelliert: „Wir brauchen Ihre Hilfe!“”

Des Weiteren berichten unter vielen anderen Print- und Onlinemedien auch die Süddeutsche Zeitung, BILD und Der Westen.

Klaus-Heinrich Just (82) wird seit dem 4. Oktober vermisst
Klaus-Heinrich Just (82)

Die übrigen Fälle der gestrigen Sendung gingen im Medienrummel leider ziemlich unter. Im Fall des vermissten Klaus-Heinrich Just wollte die Polizei von den Zuschauern wissen, wem das Auto des Tatverdächtigen seit dem Verschwinden des 82-jährigen am 4. Oktober aufgefallen sei.

Mit den eingegangenen Hinweisen soll nun versucht werden ein Bewegungsprofil des mutmaßlichen Täters, der mit der Bankkarte des Opfers Geld abgehoben hatte, zu erstellen und den stark gehbehinderten Klaus-Heinrich Just aus Kiel vielleicht noch lebend zu finden. Hierzu benötigt die Kripo Kiel (Telefon 0431/ 160 33 33) auch weiterhin Hinweise, vor allem im Bezug auf das Fahrzeug des Täters, einen schwarzen Golf GTI mit dem amtlichen Kennzeichen KI – EI 99.

Einen erfolgversprechenden Hinweise schilderte bereits Alfred Hettmer noch in der Sendung. Im Fall der vergewaltigten 18-jährigen in Willingen im Jahr 2005 soll ein Anrufer ausgesagt haben, dass einer seiner Bekannten die Tat bei ihm gebeichtet habe. Dieses könnte dazu führen, dass der Fall möglicherweise bereits kurz vor der Aufklärung steht. Die Spuren im Doppelmord im Frankfurter Drogenmilieu führen offenbar ins Ausland. Tatverdächtig ist hier Aleksandar Knesevich. Auch im Fall Dominco L., dem ermordeten Italiener, welcher mit seiner Verlobten in München lebte und von einem Unbekannten erstochen wurde, gibt es laut BILD einen neuen Zeugen, der das Geschehen beobachtete.

Sehr wenige Hinweise gingen laut Bonner General-Anzeiger im Fall der seit Februar 2008 verschwundenen Sigrid P. ein. Nur rund ein Dutzend Anrufer wollen die Mutter zweier Kinder in den vergangenen Jahren an unterschiedlichen Stellen gesehen haben. Natürlich wird die Polizei diesen Hinweisen nun nachgehen, enttäuschend ist die Resonanz dennoch und spricht laut Ermittler Frank Piontek eher dafür, dass Sigrid P. Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist.

Der große Medienrummel in den letzten Tagen hat für starkes Interesse an XY gesorgt. 7,2 Millionen Zuschauer schalteten ein, ein Marktanteil von 24%.

Die nächste Aktenzeichen XY – Ausgabe gibt es am 13. November. Eine Vorschau bei blogxy.de folgt.

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