Aktenzeichen XY vom 18. November 2015

Wer hat Jutta Schulz aus Thale gesehen? | Quelle: Polizei

Die letzte Sendung des Jahres 2015 bescherte dem ZDF mit einer Traumquote die höchsten Zuschauerzahlen seit über 2 Jahren. 6,35 Millionen Zuschauer schalteten ein und brachten einen Marktanteil von 20,2 Prozent. Mehr Zuschauer hatten in den letzten Jahren nur bei der Oktober-Sendung 2013 eingeschaltet, als der Fall Maddie McCann Thema bei XY war. So ließ nach der Sendung auch der erste Fahndungserfolg nicht allzu lange auf sich warten. Am vergangenen Donnerstag klickten in Hamburg die Handschellen. Der Rückblick.

Zum Verhängnis wurde dem 45-jährigen Iztok O. wohl unter anderem seine Vorliebe für PS-starke Youngtimer. So erkannten mehrere Zuschauer den in der Sendung gezeigten mehr als 300 PS starken Audi, mit welchem Iztok O. auch mehrere Tankbetrügereien begangen hatte. Bereits während und kurz nach der Sendung waren über 100 Hinweise zur Tat eingegangen. Das auffällige Auto führte nun am vergangenen Donnerstag auf die Spur des gebürtigen Siegeners und zu seinem Aufenthaltsort – einer Lagerhalle in Hamburg. Vermutlich gerade in Vorbereitungen für seinen nächsten Sprengstoffanschlag befindlich, ließ er sich dort wiederstandslos festnehmen. [1] [2] [3]

In den anderen Fällen der Sendung gab es zwar ebenfalls teils etliche Hinweise, entscheidende heiße Spuren waren offensichtlich bis dato aber nicht darunter. So strahlte das ZDF in der letzten Sendung den Vermisstenfall Jutta Schulz aus. Die heute 53-jährige Frau aus Thale wird seit dem 8. April 2014 vermisst. Damals hatte sie nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten mehrere Koffer gepackt und war verschwunden. Ihren Hund und ihre Handys ließ sie zurück. Auch ein bereits gekauftes Zugticket nach Köln, wo Jutta Schulz alle zwei Wochen in einer Bar arbeitete, nahm sie nicht mit.
Mehrere Zuschauer meldeten sich während der Sendung und gaben an, Jutta Schulz auch nach ihrem Verschwinden noch in Thale gesehen zu haben. Die Polizei wird den Hinweisen nun nachgehen. [1]

Ein weiterer Fall der Sendung war die Fahndung nach zwei mutmaßlichen Räubern in Frankfurt am Main, welche eine 85-jährige Rentnerin am 4. November 2014 überfallen und dabei schwer verletzt hatten. Nachdem die Seniorin gewürgt und zu Boden gestoßen wurde, raubten die beiden Männer gezielt einen Briefumschlag mit zuvor abgehobenen 1.000€, eine vergoldete Armbanduhr und die Einkäufe der Frau. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Täter die Frau zuvor rund 90 Minuten lang beobachtet und verfolgt hatten. Die in der Sendung ausgestrahlten Fahndungsbilder unterschiedlicher Überwachungskameras brachten viele Hinweise. Mehrere Zuschauer wollen die Täter gesehen haben. Außerdem gab es Hinweise auf ähnlich gelagerte Fälle und somit möglicherweise auf eine Serientäterschaft der beiden gesuchten Männer. [1]

13 Hinweise gingen zum Überfall auf eine Filiale der A.T.U. in Köln-Ehrenfeld ein. Dieser ereignete sich am 8. Oktober 2014. Gegen 14.40 Uhr betraten zwei bewaffnete Räuber die Räumlichkeiten nahe der Kreuzung Äußere Kanalstraße / Venloer Straße. Nachdem einer der Täter mit einem Maschinengewehr, vermutlich einer Kalaschnikow, zweimal in die Wand geschossen hatte, griffen sie sich Bargeld aus der Kasse und entkamen. Bei ihrer Flucht wurden sie allerdings in direkter Umgebung des Tatorts von Überwachungskameras gefilmt. Gegenüber der Kölnischen Rundschau gab ein Polizeisprecher nach der Sendung aber leider an, dass trotz dieser Bilder “eine heiße Spur […] zunächst nicht dabei” sei. [1]

Natürlich war wenige Tage nach den schrecklichen Terroranschlägen von Paris auch die Suche nach den Terroristen Thema bei Aktenzeichen XY … ungelöst. Gleich zu Beginn der Sendung fragte Rudi Cerne die ZDF-Zuschauer nach Salah Abdeslam, einem der Hauptverdächtigen der “Paris Attacks”. Auch hier gingen während der Sendung mehrere Hinweise ein, welche nun durch die zuständigen Behörden überprüft werden. Es wurde vermutet, dass sich Abdeslam in Deutschland aufhalten könne. Beim ZDF war man bei der Bewertung dieser Hinweise aufgrund der hohen Verwechslungsgefahr dennoch noch sehr vorsichtig. [1]

 

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