Aktenzeichen XY vom 2. September 2015

Dieser Mann überfiel einen Juwelier in Mannheim | Quelle: Überwachungskamera / Screenshot ZDF | Unkenntlichmachung nach Klärung des Falls durch blogxy.de

Die Festnahme im Fall Mark Herbert war die beherrschende Schlagzeile in der vergangenen Woche. Drei Jahre nach dem brutalen Angriff, bei welchem das Opfer lebensgefährliche Verletzungen davontrug und seitdem querschnittsgelähmt ist, klickten nun die Handschellen bei einem 29-jährigen polizeibekannten Tatverdächtigen. Die XY-Zuschauer trugen zu dieser Festnahme mit einer Welle der Empörung, aber auch der Hilfsbereitschaft, einen entscheidenden Anteil bei. Und auch zu den Fällen am vergangenen Mittwoch gingen wieder viele Hinweise ein. 5,46 Millionen Zuschauer bescherten dem ZDF einen starken Marktanteil von 19,3%. Der Rückblick.

Wer kennt diese unbekannte Tote? (Quelle Rekonstruktion: ZDF)
Wer kennt diese unbekannte Tote?
(Quelle Rekonstruktion: ZDF)

Als ersten Fall der Sendung stellte Rudi Cerne den brutalen Mord an einer bisher unbekannten Toten vor. Die etwa 25-30 Jahre alte Asiatin war am 26. Dezember 1994 von einer Reiterin an einem Wasserloch in Eickhorst (Kreis Gifhorn) tot aufgefunden worden. Die nur 1,51m große und zierliche Frau war ertrunken oder an ihrem eigenen Blut erstickt. Ihr Gesicht war durch den Angriff mit einem scharfkantigen Gegenstand völlig entstellt. Die Obduktion ergab, dass sie vermutlich am 24. Dezember 1994 getötet wurde. Bekleidet war die Tote mit einem schwarzen Samtkleid, einem mittelbraunen und viel zu großen Mantel und schwarzen Wildlederstiefeletten. Am Tatort konnten Reifenspuren sichergestellt werden. Sie gehören zu Reifen der Marke Michelin, Modell Energy MTX, wie sie damals bei BMW der 5er- und 7er-Reihe Verwendung fanden.

Laut übereinstimmenden Medienberichten gingen zu diesem Fall bis zum Donnerstagmorgen mehrere Dutzend Hinweise ein. Laut Polizeisprecher Thomas Reuter bezogen sich diese bis dato mehr auf Details rund um das Tatgeschehen als auf die immer noch ungeklärte Identität der Toten. Die berühmte heiße Spur sei leider nicht unter den Hinweisen gewesen. Hinweise gingen neben Parallelen zu anderen Fällen teils spurlos verschwundener Asiatinnen zur gleichen Zeit auch zu dem Mantel der Getöteten ein. Eine Hinweisgeberin ist sich sicher, dieses Kleidungsstück einer Asiatin Mitte der 90er-Jahre geschenkt zu haben. Die zuständige Kripo wird die eingegangenen Hinweise nun nach und nach abarbeiten und bittet weiterhin um private Film- und Fotoaufnahmen vom Braunschweiger Weihnachtsmarkt im Jahr 1994. Ein Zeuge ist sich sicher, dass die ermordete Frau dort an einem Stand gearbeitet hat. [1] [2] [3]

Zu einem weiteren Fall aus Norddeutschland, genauer aus Bremen, gingen ebenfalls mehrere Hinweise ein. Am 4. Dezember 2014 war ein Rentner-Paar in ihrer eigenen Wohnung überfallen und ausgeraubt worden. Die drei im Tatverlauf maskierten Täter gingen äußerst brutal vor. Unter dem Vorwand einer Zollkontrolle verschafften sie sich gewaltsam Zutritt. Nachdem sie den bettlägerigen Mann zur Herausgabe des Tresorschlüssels gezwungen hatten, entkamen sie mit einer Beute im Gesamtwert von über 300.000€. Laut einer Polizeisprecherin sei aber auch in diesem Fall der entscheidende Hinweis bisher leider nicht eingegangen. [1] [2] [3]

Rund 50 neue Hinweise konnten die zuständigen Ermittler zu einem Überfall auf einem Schmuckhändler in Mannheim verbuchen. Der mit einem Elektroschockgerät bewaffnete Täter hatte das Juweliergeschäft in den Q-Quadraten in Mannheim am 19. November 2014 zunächst mehrere Male aufgesucht und sich interessiert an Goldbarren gezeigt. Kurz vor Ladenschluss betrat er das Geschäft dann abermals und ging unvermittelt auf den Ladeninhaber los. Nachdem sich der Ladeninhaber heftig zur Wehr gesetzt und eine Nachbarin – alarmiert durch die mysteriösen Geräusche aus dem Geschäft – bereits die Polizei gerufen hatte, konnte der Täter mit Münzen und Schmuck im Wert von mehreren 10.000€ entkommen.

Gegenüber der Südwest Presse teilte ein Polizeisprecher am vergangenen Freitag mit, dass man zwei der Hinweise nun näher nachgehen werde. Angaben, ob diese Hinweise vielversprechend seien, konnte er bis dato nicht machen. [1]

Wer kennt den mutmaßlichen Vergewaltiger? Quelle: Polizei Dortmund
Wer kennt den mutmaßlichen Vergewaltiger?
Quelle: Polizei Dortmund

Einige wichtige Zeugen haben sich im Vergewaltigungs-Fall aus Dortmund-Huckarde nach der Sendung bei der Polizei gemeldet. Die Tat ereignete sich am 29. März 2015 in der Nähe der dortigen S-Bahn-Station. Der unbekannte Täter verfolgte sein 21-jähriges Opfer zunächst, überholte es und schien verschwunden. Unter einer Eisenbahnunterführung lauerte er der Frau dann aber auf, stieß sie zu Boden und vergewaltigte sie. Kurze Zeit später veröffentlichte die Polizei dann ein Foto des mutmaßlichen Vergewaltigers aus einer Überwachungskamera der Linie S2, welche Täter und Opfer gegen 21.55 Uhr verlassen hatten. Der Verdächtige ist Schwarzafrikaner, 30-40 Jahre alt und etwa 1,75m groß. Er hatte ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild und trug eine dunkle Hose und eine helle Jacke. Er sprach akzentfreies Deutsch. Nachdem er sein Opfer vergewaltigt hatte, raubte er es auch noch aus. Dabei erbeutete er eine schwarze Handtasche mit goldfarbenen Griffen, in der sich das Handy des Opfers (Samsung Galaxy Ace LaFleur-Edition) und ihre hellgrün-weiß-karierte Geldbörse mit 10€ Inhalt befand.

Bis Donnerstagmorgen waren zunächst rund 20 neue Hinweise eingegangen, darunter auch von einem Pärchen, welches dem mutmaßlichen Täter in der S-Bahn gegenüber gesessen hatte. Außerdem meldete sich eine junge Frau, die der Täter einen Tag vor der Tat in der Dortmunder Innenstadt angesprochen hatte und wissen wollte wo sie hingehe. Die junge Frau hatte diese Frage ignoriert und war einfach weitergegangen. Neben der Spur in die Dortmunder Nordstadt, welche Fährtenhunde kurz nach der Tat aufgenommen hatten, führt ein weiterer Hinweis nach Frankreich. Dort hatte ein Zeuge in einer deutschen Tageszeitung einen Bericht über die umstrittene Entscheidung gelesen, den Film-Beitrag zunächst nicht senden zu wollen. Im gleichen Artikel war auch das Foto aus der Überwachungskamera abgedruckt. Der Leser informierte die Polizei darüber, den mutmaßlichen Vergewaltiger in Frankreich gesehen haben zu wollen. Diesem Hinweis geht inzwischen auch das BKA nach. [1] [2] [3]

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