Aktenzeichen XY vom 23. September 2015

Mit dieser Hantelstange wurden einer Studentin in Hanau lebensgefährliche Verletzungen zugefügt | Quelle: Ausschnitt Fahndungsplakat LKA Hessen

Am vergangenen Donnerstag machte die spektakuläre Klärung des Falles der vermissten Petra P. Schlagzeilen. Die damals 24-jährige Studentin verschwand im Juli 1984. Im Januar 1985 war der Fall Thema bei Eduard Zimmermann und Aktenzeichen XY … ungelöst. Daraufhin gestand ein Mann, die Braunschweigerin getötet zu haben. Verurteilt wurde er nie. Nun ist Petra P. wieder aufgetaucht. Die heute 55-Jährige lebte in den letzten 31 Jahren zurückgezogen und unter falschen Identitäten in verschiedenen Städten. Als nun in ihrer Düsseldorfer Wohnung eingebrochen wurde, rief sie die Polizei und gab zu, die seit damals Vermisste zu sein. Der Rückblick auf die Sendung vom vergangenen Mittwoch heute also mit einer kleinen Portion “XY gelöst”.

Ein Ergebnis gibt es zur XY-Sendung vom 2. September 2015. Die Kripo Mannheim fahndete nach einem Mann, welcher einen Schmuckhändler ausgeraubt hatte. Der mit einem Elektroschockgerät bewaffnete Täter hatte das Juweliergeschäft in den Q-Quadraten in Mannheim am 19. November 2014 zunächst mehrere Male aufgesucht und sich interessiert an Goldbarren gezeigt. Kurz vor Ladenschluss betrat er das Geschäft dann abermals und ging unvermittelt auf den Ladeninhaber los. Nachdem dieser sich heftig zur Wehr gesetzt und eine Nachbarin – alarmiert durch die mysteriösen Geräusche aus dem Geschäft – bereits die Polizei gerufen hatte, konnte der Täter mit Münzen und Schmuck im Wert von mehreren 10.000€ entkommen.

Nun wurde am Frankfurter Flughafen ein 30-jähriger Mann festgenommen. Laut einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Mannheim und des Polizeipräsidiums Mannheim vom heutigen Montag gilt dieser als dringend verdächtig. Die weiteren Ermittlungen hierzu dauern allerdings an. [1] [2]

60 neue Hinweise konnte die Kripo Lindau bei der Suche nach einem gefährlichen Sexualtäter verbuchen, welcher in den letzten 15 Jahren mehrere junge Frauen im Westallgäu überfallen hat. In sämtlichen Fällen konnten sich die Opfer durch massive Gegenwehr selbst befreien und entkommen. Durch eine DNA-Analyse steht jedoch fest, dass es sich stets um denselben Täter handelte. Dieser soll 170-180cm groß und von athletischer Statur sein. Viele der eingegangenen Hinweise seien laut Polizei allgemeiner Natur gewesen, die heiße Spur sei bis dato wohl leider nicht dabei. Die Polizei bittet weiterhin um Mithilfe aus der Bevölkerung, vor allem mögen sich etwaige weitere Opfer melden. Die Belohnung liegt in diesem Fall bei 3.000€. [1] [2]

Bizarr: der mutmaßliche Vergewaltiger ohne Hose Quelle: Polizei Aachen
Bizarr: der mutmaßliche Vergewaltiger ohne Hose
Quelle: Polizei Aachen

Zu einem weiteren Serientäter, welcher bereits eine vollendete und zwei versuchte Vergewaltigungen im Raum Aachen begangen hat, gingen ebenfalls rund 60 neue Hinweise ein. Die erste Tat ereignete sich am 17. April 2014 im Aachener Stadtteil Richterich. Nachdem das spätere Opfer gegen 23.50 Uhr einen Bus verlassen hatte, wurde sie von dem unbekannten Mann verfolgt. Auf der Grünenthaler Straße entblößte er sich vor der jungen Frau und attackierte sie. Durch die heftige Gegenwehr des Opfers überrascht, flüchtete der Täter schließlich. Die oben beschriebene zweite Tat des Mannes geschah am 26. Oktober 2014 auf der Vaalser Straße in Höhe des Aachener Westfriedhofs. Die angegriffene Joggerin wurde zwischen Parkplatz und Gehweg auf einem Grünstreifen vergewaltigt. Zum dritten und bisher letzten bekannten Fall, der diesem Täter zugeordnet werden kann, kam es am 25. März 2015 in Übach-Palenberg. Bei dieser Tatbegehung war der Mann am Unterkörper komplett entkleidet. Durch das laute Zurwehrsetzen des Opfers kam es auch in diesem Fall nicht zur Vergewaltigung, da ein aufmerksamer Anwohner zu Hilfe eilte. Dennoch konnte auch hier der Täter unerkannt entkommen. Bei der letzten Tatbegehung wurde der Mann ohne Hose von einer nahen Überwachungskamera aufgenommen. Laut Polizeisprecher Paul Kemen würden die eingegangenen Hinweise nun “Zug um Zug” abgearbeitet. Unter den 60 eingegangenen Hinweisen seien auch “qualitativ sehr gute”. [1] [2]

Neue Hinweise, denen das LKA Hessen nun nachgehen wird, gibt es auch zum brutalen Überfall auf eine Studentin in Hanau. Dieses Verbrechen ereignete sich am 15. September 2013 gegen 22 Uhr an der Bushaltestelle „Friedenskirche“. An diesem Abend fand ganz in der Nähe im Schlosspark ein Konzert statt, so dass noch ungewöhnlich viele Passanten unterwegs waren. Dieses rettete der jungen Studentin dann wohl auch das Leben. Nachdem der unbekannte Täter die Frau mit einer schweren Hantelstange zu Boden geschlagen und dabei lebensgefährlich verletzt hatte, versuchte er das Opfer wegzutragen, um es vermutlich zu vergewaltigen. Hierbei wurde er von Passanten überrascht und flüchtete. [1]

Mehr als 40 Hinweise gingen bis zum Donnerstagmorgen auch zum Mord an der 59-jährigen Christine Stöter aus München ein. Am 18. März 1993 war die zur Tatzeit allein lebende Hausfrau mit ihrem Neffen verabredet, welcher sich angeboten hatte, ihr bei einem Möbeltransport zu helfen. Als dieser seine Tante wiederholt nicht antraf, verständigte er am Nachmittag die Polizei. Über den Balkon erreichten schließlich einige Feuerwehrleute die Wohnung im dritten Stock. Christine Stöter konnten sie nicht mehr helfen. Die 59-jährige war an den Händen gefesselt und schließlich mit einer gelben Wäscheleine stranguliert worden. Zwar hatte der Täter Schubladen und Schränke durchwühlt, es fehlte aber nichts. Anschließend hatte er versucht, den Tatort in Brand zu stecken, was nicht gelang. Das angezündete Toilettenpapier versengte zwar die Couch, das Bettlaken und Teile des Teppichs, seine vor kurzem durch Kriminaltechniker isolierte DNA-Spur konnte der Täter allerdings nicht zerstören. Die Polizei wird den eingegangenen Hinweisen nun nachgehen und hofft weiterhin, dass sich etwaige Mitwisser nach 22 Jahren melden. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Mann einen ausgeprägten Kontrollzwang hat und schon vorher Frauen vor und während des Geschlechtsverkehrs gefesselt hat. Außerdem könnte er laut eines Fallanalytikers nach der Tat durch seine Unruhe oder eine gewisse Zurückgezogenheit aufgefallen sein. Der Täter wird von den Ermittlern im entfernteren Bekanntenkreis von Christine Stöter vermutet. [1] [2]

Gewohnt stark präsentierte sich XY wieder einmal in der Zuschauergunst. 5,34 Millionen Zuschauer schalteten ab 20.15 Uhr ein und bescherten dem ZDF einen Marktanteil von 17,5%. Die nächste XY-Ausgabe läuft am 14. Oktober 2015 – es handelt sich um die 500. Sendung. [1]

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