Aktenzeichen XY vom 24. September 2014

Der Hafen von Varna. In der bulgarischen Stadt am Schwarzen Meer verschwand Lars Mittank

Ein Kindermord, ein Mord an einer kranken alten Dame, zwei Vermisstenfälle, eine Vergewaltigung und ein Raubüberfall auf einen Juwelier. Aktenzeichen XY … ungelöst war gestern wahrlich nichts für schwache Nerven. Umso größer waren die Zuschauerreaktionen – vor allem im Fall des Mordes an der 8-jährigen Johanna B.. Eine Zusammenfassung.

Erster Fall der Sendung war der Mord an der 8-jährigen Johanna B. aus Ranstadt-Bobenhausen (Wetteraukreis, Hessen). Am 2. September 1999 hatte die Schülerin zunächst eine Freundin besucht und war dann mit ihrem Mountainbike noch zum nahegelegenen Sportplatz gefahren. Von dort kam sie nicht mehr nach Hause. Ihr Leichnam wurde sieben Monate später – im Frühjahr 2000 – von Spaziergängern entdeckt.

Wer kennt den Fahrer des dunkelroten VW Jetta? Quelle: Polizei Wetterau-Friedberg
Wer kennt den Fahrer des dunkelroten VW Jetta?
Quelle: Polizei Wetterau-Friedberg

In der gestrigen XY-Sendung war zum ersten Mal von zwei Tatverdächtigen die Rede. Zunächst war ein 40-45 Jahre alter Mann mit Pferdeschwanz in einem dunkelroten VW Jetta aufgefallen, der auffallend langsam am Sportplatz vorbeifuhr. Außerdem erhofft sich die Polizei Erkenntnisse zu einer etwa 40-jährigen Frau, die laut Beobachtungen einer Zeugin zunächst mit Johanna sprach und dann mit ihr in ein Auto stieg.

Zum Mord an Johanna B. meldeten sich am Abend rund 65 Hinweisgeber im XY-Studio und bei der Polizei, die den neuen Spuren nun nachgehen wird. Erst dann wird sich zeigen, ob die heiße Spur unter den Hinweisen war. [1] [2]

Auch der zweite Filmfall am gestrigen Mittwoch zeigte einen Mord. Opfer hier war die 84-jährige Agnes N. aus Vlotho-Exter (Kreis Herford, NRW). Die parkinsonkranke Frau war am 10. Februar 2014 von einer Mitarbeiterin der Diakonie, welche ihr wie üblich Insulin spritzen wollte, ermordet aufgefunden worden. Die Mordkommission geht in der Zwischenzeit davon aus, dass Agnes N. ihren Mörder gekannt haben muss. Die Rentnerin hatte in den vergangenen Jahren eine beträchtliche Summe Bargeld angespart und diese zeitweise auch in ihrem Haus versteckt, zwei Jahre vor ihrem gewaltsamen Tod dann aber doch entschieden, das Geld zur Bank bringen zu lassen. Ein Umstand, den ihr Mörder scheinbar nicht kannte. Es ist davon auszugehen, dass Agnes N. ihrem Mörder selbst die Tür geöffnet hat, was sie bei einem Unbekannten niemals getan hätte. Auch eine Mörderin will die Polizei nicht ausschließen.

25 neue Hinweise gingen zum Fall ein, die meisten davon zur möglichen Tatwaffe, ein spezielles Messer, welches unter anderem von Anglern verwendet wird. [1] [2]

Lars Mittank zum Zeitpunkt seines Verschwindens und wie er jetzt aussehen könnte Quelle: Facebook-Seite
Lars Mittank zum Zeitpunkt seines Verschwindens und wie er jetzt aussehen könnte
Quelle: Facebook-Seite

In der XY International Fahndung ging es um das Verschwinden von Lars Mittank. Der 28-jährige Kraftwerker aus Marne in Schleswig-Holstein war Ende Juni mit alten Schulfreunden für eine Woche nach Varna an die bulgarische Schwarzmeerküste geflogen. Nach einem Streit, bei dem Lars Mittank in der anschließenden Rangelei einen Schlag auf das Ohr bekam, erklärte ihn ein Arzt wegen seines angerissenen Trommelfells für fluguntauglich, so dass er nicht wie geplant am 7. Juli die Heimreise mit seinen Freunden antreten konnte.

Stattdessen ließ er sich von einem Taxifahrer in ein preiswertes Hotel bringen. Von hier aus telefonierte er mit seiner Mutter und berichtete, dass er sich im Hotel nicht sicher fühle und Todesangst habe. Noch in der Nacht verließ er ebenjenes Hotel und fuhr zum Flughafen, von dem er noch einmal seine Mutter kontaktierte. Während der Untersuchung beim Flughafenarzt sprang Lars Mittank plötzlich panisch auf und verließ fluchtartig das Behandlungszimmer und anschließend auch den Flughafen. Sein Gepäck, Geld und Papiere ließ er zurück. Die Überwachungskamera zeigt ihn, wie er den Flughafen rennend verlässt und schließlich verschwindet. Seither gibt es kein Lebenszeichen mehr von Lars Mittank. Er ist 180 cm groß und hatte zum Zeitpunkt seines Verschwindens kurze blondgefärbte Haare. Er trug ein gelbes T-Shirt und Shorts. Im Internet wurde eine vielsprachige Suchseite eingerichtet. Auch bei facebook gibt es nähere Informationen.

Der dritte Filmfall war der Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft in Leverkusen. Nachdem bereits zuvor ein nächtlicher Einbruchversuch festgestellt wurde, drangen am 23. Februar 2013 drei unmaskierte Täter in das Geschäft in Opladen ein, bedrohten eine Angestellte und entkamen vermutlich in einem beigen Mercedes mit serbischen Kennzeichen und einer Beute in Höhe von rund 100.000€.

Die Verkäuferin erlitt einen Nervenzusammenbruch und kann heute nicht mehr in ihrem alten Beruf arbeiten. Obwohl die Täter sich unmaskiert zeigten, gab es zu interessanten Hinweisen oder sogar ersten Fahndungserfolgen leider keinerlei Medienecho.

Ebenfalls ein geringes Medienecho erbrachte der vierte Filmfall der Sendung, das mysteriöse Verschwinden der 57-jährigen Doris S. aus dem Oberhausener Stadtteil Osterfeld (NRW). Zunächst machte es den Anschein als habe sie ihre Wohnung am 17. Mai 2013 nur kurz verlassen, seitdem wurde sie aber nie mehr gesehen. Nach umfangreichen Ermittlungsarbeiten durch die Kriminalpolizei wurde im Juli nach Auswertung aller Spuren eine Mordkommission eingerichtet.

Wer kennt diesen Mann, mit welchem Doris S. kurz vor ihrem Verschwinden Kontakt hatte. Quelle: Polizei
Wer kennt diesen Mann, mit welchem Doris S. kurz vor ihrem Verschwinden Kontakt hatte.
Quelle: Polizei

Die Polizei sucht nach wie vor Zeugen, die Doris S. auch nach dem 17. Mai 2013 noch gesehen haben. Die Vermisste ist 162cm groß, sehr schlank und hat lange schwarze Haare und ein Nasenpiercing. Zunächst verschwunden war auch ihr Fahrzeug, ein schwarzer Fiat Panda mit dem Kennzeichen OB-DS 2001, welches später aber wieder aufgefunden wurde. Darüber hinaus sucht die Polizei auch einen unbekannten Mann, mit dem Doris S. kurz vor ihrem Verschwinden Kontakt gehabt haben soll.

Nach Angaben von e110.de haben sich im Laufe der Sendung 2 Hinweisgeber gemeldet, die den Mann auf dem ausgestrahlten Phantombild erkannt haben wollen.

UPDATE vom 26.09.2014: Laut derwesten.de gab es am Abend der Ausstrahlung rund 30 Hinweise, die nun nacheinander abgearbeitet werden. Die heiße Spur war bisher leider nicht dabei.

Wer kennt diesen Mann? Quelle: Kripo Neumünster
Wer kennt diesen Mann?
Quelle: Kripo Neumünster

Letzter Filmfall der Sendung war die Vergewaltigung einer Frau im Rencks Park in Neumünster. Die 35-jährige war am 18. November 2012 kurz vor der dortigen Schwale-Brücke von hinten angegriffen und zu Boden gerissen worden. Danach kam es durch den 30-40 Jahre alten Täter zur Vergewaltigung. Zum Tatzeitpunkt hatte er eine Glatze und einen sog. Flesh-Tunnel im linken Ohr. Es ist davon auszugehen, dass auch der Täter durch die heftige Gegenwehr des Opfers Verletzungen davon getragen hat, vermutlich auch im Bereich dieses Ohrschmucks. Zu diesem Fall meldete sich ein Anrufer, der angab, den Mann auf dem Phantombild erst kürzlich gesehen zu haben.

Die zweite Ausgabe XY im September 2014 konnte die 5 Mio. Marke wieder knacken. 5,03 Mio. Zuschauer bedeuten Tageshöchstwert und einen Marktanteil von 16,6% (Senderschnitt: 13,6%). [1]

Die nächste Aktenzeichen XY … ungelöst – Folge gibt es in 5 Wochen, am 29. Oktober 2014.

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