Aktenzeichen XY vom 29. Oktober 2014

Stefan Lamprecht († 13) Quelle: Polizei

Bereits im Jahr 1963, also rund 5 Jahre vor Sendebeginn von Aktenzeichen XY … ungelöst, führten ARD und ZDF die ersten gemeinsamen Quotenmessungen durch. Ein an den Fernseher angeschlossenes Zusatzgerät namens Tammeter registrierte die Fernsehgewohnheiten des jeweiligen Haushaltes und lieferte die Ergebnisse 4 Wochen später an die eigens gegründete Firma “Infratam” in Wetzlar. 51 Jahre später erhebt die “Gesellschaft für Konsumforschung” (GfK) das Fernsehverhalten in 5.000 repräsentativen Haushalten mit rund 10.500 Personen sekundengenau. Die ausgewerteten Quoten können bereits am Folgetag von jedem eingeschaut werden. So hat sich in den letzten 5 Fernsehjahrzehnten technisch einiges getan, quotentechnisch hingegen gibt es nach wie vor dieselben Straßenfeger: große Welt- und Sportereignisse, Samstagabend-Shows und Aktenzeichen XY … ungelöst.

Der gestrige Mittwoch war so ein Tag, auf den gleich zwei Quotenrenner fielen. Dabei musste sich XY trotz der besten Zuschauerzahl der letzten 8 Ausgaben, dem DFB-Pokalspiel zwischen dem Hamburger SV und dem FC Bayern München geschlagen geben. 7,43 Millionen Zuschauer (23,8% Marktanteil) verfolgten den 3:1 Sieg der Guardiola-Elf, XY kam auf starke 5,38 Millionen Zuschauer (16,6% Marktanteil). Gerade bei der jungen Zielgruppe der 16- bis 49-Jährigen lag die Quote mit 12,1% beim doppelten des Senderschnitts, ein Indiz dafür, dass XY sich keinerlei Sorgen um die Zukunft des Formats machen muss. [1] [2]

Der erste Filmfall der gestrigen Sendung handelte vom Mord am 13-jährigen Stefan Lamprecht aus Kiel. Die Sommerferien 1995 verbrachte der Junge bei seinem Vater in Berlin. Am Morgen des 2. August verschwand er spurlos. Seine Leiche wurde 6 Tage später auf einer Müllhalde in Schöneiche bei Mittenwalde gefunden. Der Junge war bekleidet mit zurechtgeschnittenen Müllsäcken, mit Kohleruß beschmiert und der Körper von Verletzungen übersät. Später stellte sich heraus, dass Stefan Lamprecht in Kiel Kontakte in die pädosexuelle Szene gehabt hatte. Nach der Ausstrahlung in der gestrigen Sendung glaubt die Polizei mehr und mehr, auf der richtigen Spur zu sein. Laut e110.de und der zuständigen Sachbearbeiterin Heike Wolff seien mehrere Hinweise eingegangen, die nun natürlich überprüft werden müssten.

Im zweiten Filmfall ging es um den tragischen Tod des 20-jährigen Fallschirmjägers Christian Marks aus Witten-Herbede. Der junge Mann, der in Kürze sein Architekturstudium aufnehmen wollte, war auf dem Rückweg von einer Halloween-Party in den Morgenstunden des 1. November 2010 auf der Rüsbergstraße in Witten überfahren worden. Neben der Leiche des Mannes konnte die Polizei eine Radlaufabdeckung eines Opel Corsa C aus den Baujahren 2001 – 2006 sicherstellen. Auch hier sei – laut Polizeisprecher Volker Schütte – der entscheidende Hinweis noch nicht eingegangen, es gebe aber noch Anrufe, denen nun nachgegangen werden müsse. Bis zum heutigen Donnerstagmittag sind in diesem Fall bereits 55 Hinweise eingegangen. Die Polizei schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass der Unfallflüchtige ein Ortskundiger war, sehr hoch ein, da die Gegend um den Unfallort bereits recht ländlich ist. [1] [2]

Marja Aschenbruck († 49) Quelle: Kripo Aachen
Marja Aschenbruck († 49)
Quelle: Kripo Aachen

Der dritte Filmfall der Sendung führte die Zuschauer nach Aachen. Hier arbeitete Marja Aschenbruck in einem Sex-Shop, wo sie am 3. April 1996 Opfer eines Raubmordes wurde. Der unbekannte Täter stach 15mal auf die gebürtige Niederländerin ein und entkam mit dem Inhalt der Kasse, welche rund 1.000 DM enthielt. Der Mörder der dreifachen Mutter war vermutlich bereits eine gute halbe Stunde zuvor im Laden. Wie die Auswertung der Kasse ergab, kaufte er einen Katalog für 2 DM und verließ den Laden wieder. Diese Tüte samt Katalog und Kassenbon fand die Polizei später im Mülleimer einer nahegelegenen Bushaltestelle. Die Polizei wandte sich in der gestrigen XY-Ausgabe vor allem an die Kunden, die kurz vor der Tat im Geschäft an der Roermonder Straße eingekauft hatten. Laut e110.de schloss Michael Fritsch-Hörmann von der Kripo Aachen den eingegangenen Hinweis auf eine Beziehungstat sofort aus. Für eine Beziehung zwischen Täter und dem 49-jährigen Opfer gäbe es keinerlei Anhaltspunkte. Nach Angaben der Aachener Staatsanwaltschaft gingen nach der Sendung rund 25 Hinweise ein, welche nun nacheinander abgearbeitet werden würden. [1]

Vor dem letzten Filmfall der Sendung ehrte Rudi Cerne dann drei Preisträger des XY-Preises 2014. Michele D’Amico und sein Sohn Fabio hatten bei einer Messerstecherei eingegriffen und somit einer Frau das Leben gerettet. Mara Hoffmann beschützte ein junges Mädchen vor wüsten Bedrohungen an einem Bahnhof und Nicholas Martin und Markus Knobloch halfen einem 50-jährigen, der von einem psychisch verwirrten Mann brutal angegriffen wurde. Sie alle wurden für ihre Zivilcourage mit dem XY-Preis 2014 ausgezeichnet, welcher mit 10.000€ dotiert ist.

Sybille Lars Quelle: Weser Kurier
Sybille Lars
Quelle: Weser Kurier

Der letzte Filmfall zeigte das mysteriöse Verschwinden von Sybille Lars aus Bremen. In der Nacht vom 8. auf den 9. April 2004 wurde die Frau zuletzt lebend gesehen, als sie plötzlich die Wohnung einer Freundin in der Carl-Goerdeler-Straße verließ und in ein dunkles Auto – vermutlich einen BMW E30 – stieg. Seither fehlt von der 39-jährigen Mutter zweier Kinder jede Spur. Frank Passade, der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft, schließt ein freiwilliges Verschwinden von Sybille Lars aus. „Wir gehen von einem Tötungsdelikt aus“ – so zitiert ihn der Weser Kurier. Nach der gestrigen XY-Ausgabe gingen 11 Hinweise ein, denen die Polizei nun nachgehen wird. Neben der Ausstrahlung bei XY lief am 28. Oktober bereits  ein Beitrag zu ihrem Verschwinden im Regionalmagazin “buten und binnen” – mit ziemlich starken Abweichungen zu der Darstellung bei Aktenzeichen. [1] [2] [3]

Aktenzeichen XY vom 29. Oktober 2014 bei YouTube

Die nächste Ausgabe von Aktenzeichen XY … ungelöst gibt es am 19. November 2014 wie gewohnt im ZDF. Eine Vorschau bei blogxy.de folgt…

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1 Kommentar

  1. verfolge diese sendung schon sehr lange -damals noch mit Peter Nidetzky und konrad tönz und muß zugeben das es mich immer wieder freut wenn ein fall gelöst wird— wünsche der sendung noch viele jahre im zdf und viel erfolg bei der fahndung nach den oder die täter
    Alles gute!!!

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