Aktenzeichen XY vom 30. März 2016

Heike Wunderlichs Leiche lag nur wenige Meter von ihrem Moped entfernt | Quelle: Polizei Zwickau

In der 420. Ausgabe von Aktenzeichen XY … ungelöst im April 2009 bat Rudi Cerne die ZDF-Zuschauer um Mithilfe im Mordfall Heike Wunderlich. Die zum Tatzeitpunkt im April 1987 18-Jährige aus Altensalz in Sachsen war in einem Waldstück in Plauen vergewaltigt und erdrosselt worden. Wie erst vor wenigen Tagen bekannt wurde, nahm die Polizei bereits im März einen mehrfach vorbestraften 60-jährigen Mann aus Gera fest. Eine neuerliche DNA-Untersuchung mit aktuellen kriminaltechnischen Möglichkeiten hatte die Beamten auf die Spur des Rentners gebracht, der die Tat bisher aber vehement bestreitet. [1] [2] Doch auch in den Fällen der vergangenen Sendung gab es einige neue Ansatzpunkte und Hinweise. Der Rückblick.

Hanaa S. wird vermisst Quelle: Polizei
Hanaa S. wird vermisst
Quelle: Polizei

Über 70 Hinweise gingen bis zum Donnerstag nach XY zum Mordfall an Hanaa S. ein. Die 35-Jährige aus Solingen ist seit dem 21. April 2015 spurlos verschwunden. Sie wurde an diesem Morgen zuletzt gegen 8.30 Uhr an ihrer Wohnung in der Hasselstraße gesehen. Die Mordkommission aus Wuppertal geht davon aus, dass Hanaa S. von Familienangehörigen erstochen und ihre Leiche anschließend in einen Teppich gerollt und nach Baden-Württemberg verbracht wurde. Inzwischen sitzen 4 Familienangehörige – darunter auch der Ehemann des Opfers – in Untersuchungshaft. Die Leiche jedoch bleibt bis zum heutigen Tag verschwunden. So gingen auch die meisten Hinweise zu möglichen Ablagestellen in den Großräumen Heilbronn und Karlsruhe ein. Polizeisprecherin Anja Meis gab gegenüber dem Solinger Tageblatt jedoch zu bedenken, dass die Überprüfung dieser großen Zahl an Hinweisen mehrere Wochen in Anspruch nehmen könne. [1] [2]

Bernd M. († 70) Quelle: Polizei
Bernd M. († 70)
Quelle: Polizei

Rund 20 Hinweise gingen während und nach der Sendung zum Mord am 70-jährigen Bernd M. aus Hannover ein. Die sterblichen Überreste des Rentners waren im August 2015 von Mitarbeitern des Wasser- und Schifffahrtsamtes im Mittellandkanal entdeckt worden. Getötet wurde Bernd M. vermutlich am 28. Juli in seiner Wohnung in Hannover-Herrenhausen. Eine anonyme Zeugin hatte an diesem Tag einen Streit zwischen dem späteren Opfer und zwei Männern beobachtet. Die zuständige Kriminalpolizei konnte ermitteln, dass der Rentner in seiner Wohnung erschlagen und in der Badewanne zerstückelt worden war. 6 Tage später wurden dann zwei blaue Müllsäcke mit Leichenteilen im Mittellandkanal entdeckt. Auch das Auto des Opfers – ein grauer Peugeot 206cc – war zunächst verschwunden, wurde dann aber einige Tage später rund einen Kilometer vom Kanal entfernt aufgefunden. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover gegenüber der Neuen Presse mitteilte, würden diese Hinweise nun “bewertet und nacheinander abgearbeitet”. Oberstaatsanwalt Thomas Klinge hofft, dass “eine heiße Spur” dabei sei. [1] [2] [3]

Mehr als 100 Anrufe konnte das ZDF-Aufnahmestudio zu einem Überfall in Düsseldorf-Golzheim verbuchen. Dieser Überfall ereignete sich am 15. März 2015 gegen 4 Uhr morgens. Vier zum Teil maskierte Täter drangen in die Wohnung eines 75-jährigen demenzkranken Mannes und seiner 68-jährigen Ehefrau ein und überraschten diese im Schlaf. Nachdem sie ihre Opfer gefesselt hatten, erbeuteten die unbekannten Täter mehrere Schmuckstücke, zwei Deko-Gewehre und 90€ Bargeld. Nachdem die Täter entkommen waren, konnte sich das Ehepaar – leicht verletzt aber mit schwerem Schock – selbst befreien. Die Täter, welche unter Umständen sogar einen Schlüssel zum Haus besaßen und scheinbar sehr gut über die Lebensumstände ihrer Opfer Bescheid wussten, irrten allerdings in einem Punkt: immer wieder fragten sie die 68-jährige Ehefrau nach einem Tresor, den es aber nicht gab. Hinweise gingen vor allem zum Fragment eines KFZ-Kennzeichens, welches sich ein Zeuge notiert hatte, und zur Beute ein. Auch diese Hinweise werden nun überprüft. [1] [2]

6 Millionen Zuschauer schalteten am 30. März Aktenzeichen XY … ungelöst ein. Mit einem Marktanteil von 19,2 % verwies die Fahndungssendung damit den Auftaktfilm des Dreiteilers “Mitten in Deutschland” zur NSU-Mordserie im Ersten (2,89 Mio. Zuschauer / 9,3 %) und “Mario Barth deckt auf” bei RTL (3,23 Mio. Zuschauer / 10,5 %) deutlich auf die Plätze. [1]

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