Aktenzeichen XY vom 8. April 2015

Mit diesem weißen Golf 2 soll Joachim Szieleit zuletzt unterwegs gewesen sein. Quelle: Kripo Kassel / e110.de

Am 11. Januar 1985 wurde bei Aktenzeichen XY … ungelöst ein Fall ausgestrahlt, der erstaunliche Parallelen zum Fall des verschwundenen Joachim Szieleit aus der aktuellen Ausgabe enthielt. Auch hier ging es um einen 500er Mercedes, auch hier hatte der Anrufer angeblich kein Telefon und wollte wieder anrufen und auch hier trug das spätere Opfer stets große Bargeldsummen bei sich. Der Verweis auf den Mord an Manfred S. am 27. Februar 1984 war einer der Hinweise, die während und nach der Sendung am vergangenen Mittwoch im  XY-Aufnahmestudio eingingen. Der Rückblick.

Joachim Szieleit Quelle: Polizei
Joachim Szieleit
Quelle: Polizei

Zum ersten Filmfall der Sendung gingen bis zum Donnerstag gut ein Dutzend neuer Hinweise ein. Die Kasseler Kripo stellte hierin den Fall des seit dem 6. Mai 1993 verschwunden Joachim Szieleit vor, welcher ein durchaus eigentümliches Leben führte. “Der Tote” nannte sich so, da er weder polizeilich gemeldet war, noch ein Bankkonto oder eine offizielle Wohnung besaß. Sein kleines Appartement am Grünen Weg 21 in der Nähe des Kasseler Hauptbahnhofes hatte er unter falschem Namen angemietet. Wiederkehrende Ausgaben wie Miete oder Krankenversicherung bezahlte er stets im Voraus. Für seinen Lebensunterhalt handelte Szieleit mit Gebrauchtwagen. Seine Unterlagen und das nötige Bargeld trug er in Plastiktüten mit sich herum, häufig auch mal größere Summen. Des Weiteren verlieh “der Tote” auch Geld, meist mit horrenden Zinsen von bis zu 10%. Am 6. Mai 1993 kam Joachim Szieleit nicht zu einem verabredeten Treffen und wurde als vermisst gemeldet. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Am Tag vor seinem Verschwinden hatte er in Hameln zusammen mit einem Freund noch einen Wagen gekauft und währenddessen einen Anruf erhalten. Dort bot ihm ein Unbekannter einen 500er Mercedes für 80.000 DM an, ein Schnäppchen. Der unbekannte Anrufer hinterließ aber keine Telefonnummer sondern gab an, sich wieder zu melden. Die zuständige Kripo Kassel wird nun allen Spuren nachgehen, einige Hinweise bezogen sich auf ähnlich gelagerte Fälle aus ganz Deutschland, die bereits bis zu 40 Jahre zurückliegen. Auch in diesen Fällen wurden Autohändler mit vermeintlichen Schnäppchen in die Falle gelockt. Der o.g. Mord an Manfred S. im Jahre 1984 weist solch ähnliche Merkmale auf, der Tatort liegt zudem nur rund 70km von Kassel entfernt. [1] [2]

Die meisten Hinweise erreichten die Polizei zum mysteriösen Tod des Reemtsma-Entführers Wolfgang Koszics († 72). Am 10. Februar 2014 wurde vor der Küste der portugisischen Algarve seine Leiche gefunden. Koszics gehörte zur vierköpfigen Bande um Thomas Drach, die die Reemtsma-Entführung geplant und durchgeführt hatten. Er wurde im Mai 1996 im spanischen Murcia festgenommen und am 14. Februar 1997 vom Hamburger Landgericht zu 10 1/2 Jahren Gefängnis verurteilt. Obwohl die portugiesische Polizei von einem Selbstmord ausgeht schließt das Landeskriminalamt Hamburg ein Tötungsdelikt nicht aus. Koszics trug keinerlei private Papiere bei sich und hatte zum Zeitpunkt seines Todes einen Blutalkoholwert von 4 Promille, obwohl er nicht getrunken haben soll.

Viele Anrufer hätten sich laut XY-Redaktion gemeldet, die den Reemtsma-Entführer gekannt haben. Die Polizei erhofft sich durch die Hinweise neue Erkenntnisse zu den letzten Tagen und Wochen im Leben des Wolfgang Koszics’. [1] [2]

Wer kennt diesen Mann? Quelle: Polizei
Wer kennt diesen Mann?
Quelle: Polizei

17 Hinweise gingen bis zum Donnerstag bei der Kripo Köln zum Fall des Serienbankräubers ein, der seit 2002 in Köln und Umgebung in 5 Banküberfällen rund 400.000€ erbeutet haben soll. Drei sehr konkrete Hinweise zerschlugen sich bei einer ersten Überprüfung leider wieder, so dass die ermittelnde Behörde weiterhin keinerlei heiße Spur hat. Der Chef des Kölner Raubderzenats, Wolfgang Burger, geht davon aus, dass der Täter jederzeit wieder zuschlagen könne, sobald ihm das Geld ausgehe. [1]

Ernüchterung herrschte laut Merkur Online auch bei Frank Konrad, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Zum Überfall auf einen Juwelier in Rottach-Egern seien keine neuen heißen Spuren ersichtlich. 3 maskierte Männer hatten am 2. Juli 2013 den Juwelierladen Leicht an der Seestraße überfallen. Die Täter flüchteten mit Uhren im Gesamtwert von rund 130.000€. Zuvor hatten sie die Angestellten massiv bedroht und mit äußerster Brutalität die Ausstellungsvitrinen eingeschlagen. Nun hofft man bei der zuständigen Kripo auf weitere Hinweise. [1]

Gewohnt erfreulich war ein ums andere Mal die Zuschauerzahl. Trotz starker Konkurrenz durch das DFB-Pokalspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München, schalteten 4,94 Mio. Zuschauer ein. Gerade beim jungen Publikum zog der Marktanteil gegenüber den letzten Sendungen nochmals an und bescherte XY einen guten zweiten Platz hinter den Fußballübertragungen.  [1]

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