Vorschau: Aktenzeichen XY am 13. Juni 2018

Jede Waffe hinterlässt individuelle Spuren an verschossener Munition. Kann dieser Umstand zur Klärung eines Cold Case beitragen? | Symbolbild

In der Vorschau zur XY-Sendung im August 2017 berichtete blogxy.de über die Ausstrahlung des Filmfalls zum Mord an Wilhelm Rettberger. Der 49-jährige Hobbyangler aus Nienburg (Niedersachsen) hatte sich im Juni 1984 auf den Weg zum dortigen Weserwall gemacht, um nach Würmern zu suchen. Am nächsten Morgen gegen 6.50 Uhr fanden dann Passanten an der Uferbefestigung in Höhe des Bürgermeister-Stahn-Walls seine Leiche. 34 Jahre nach dem Mord führte nun der Hinweis einer XY-Zuschauerin auf die Spur eines dringend tatverdächtigen 54-Jährigen, der bereits wegen anderer Delikte eine Gefängnisstrafe absitzt. Der Erfolg im Fall Wilhelm Rettberg, aber natürlich auch der wohl berühmteste Cold Case Lolita Brieger geben XY und den ermittelnden Beamten trotz mancher Unkenrufe recht: Auch viele Jahre nach einer Tat lohnt sich die Ausstrahlung eines sogenannten Cold Case bei Aktenzeichen XY … ungelöst. Dieses Mal hofft die Berliner Kriminalpolizei in einem über 25 Jahre zurückliegenden Mordfall auf die Mithilfe der Zuschauer. Die Vorschau.

Fernsehabend endet brutal
Ein Ehepaar freut sich auf einen entspannten Abend vor dem Fernseher. Plötzlich bekommen sie ungebetenen Besuch.

Der Überfall auf den 75-jährigen Mann und seine Ehefrau ereignete sich am 23. Februar 2017 in Neuhausen-Hamberg (Enzkreis / Baden-Württemberg). Gegen 4 Uhr früh wurden der ehemalige Edelsteinfasser und seine Gattin im Schlaf von drei maskierten Männern überrascht. Nachdem sie damit gedroht hatten, der Frau einen Finger abzuschneiden, nannte der Rentner das Versteck der Tresorschlüssel. Dennoch wurde er von den äußerst brutal vorgehenden Tätern verprügelt. Die mit osteuropäischem Akzent sprechenden Männer fesselten ihre Opfer und entkamen schließlich mit dem wertvollen Inhalt zweier Tresore, darunter Edelsteine und -metalle sowie eine Münzsammlung.1)Raubüberfall von Neuhausen bei “Aktenzeichen XY ungelöst” in: regio-news.de, abgerufen am 12. Juni 2018

Kriminalhauptkommissar Günter Esterle vom Raubdezernat der Kripo Pforzheim wendet sich am morgigen Mittwochabend vor allem mit Bildern der Beute an die XY-Zuschauer. Die zuständigen Ermittler erhoffen sich dadurch weitere Hinweise auf die etwa 170-180 cm großen Täter oder den Verbleib der geraubten Wertgegenstände, welche hier betrachtet werden können.2)Schmuckraub im TV: Fall aus Neuhausen bei “Aktenzeichen XY … ungelöst” in: Pforzheimer Zeitung, abgerufen am 12. Juni 2018

Rätselhaftes Verschwinden
Ein 70-Jähriger kündigt überraschend an, dass er für ein paar Tage wegfahren will. Danach fehlt von ihm jede Spur. Monate später wird sein Auto gefunden. Doch etwas an dem Wagen stimmt nicht.

Hartmut Weiske
Quelle: Polizei

Seit dem 30. Juni 2017 gilt der damals 70-jährige Hartmut Weiske als vermisst. An jenem Freitagabend hatte er noch telefonischen Kontakt zu seiner Freundin, verließ dann aber mit seinem roten PKW Daihatsu Cuore (WSF-AL 97) seinen Wohnort im sachsen-anhaltischen Weißenfels. Erst am 12. Oktober 2017 wurde der PKW von Hartmut Weiske auf einem Parkplatz in Leuna-Günthersdorf aufgefunden. Dort soll der Wagen, an welchem sich nun das amtliche Kennzeichen WSF-N 372 befand, bereits mehrere Wochen gestanden haben.

Quelle: Polizei

Mysteriös: Das beim Auffinden des Fahrzeugs angebrachte Kennzeichen gehörte zu einem weiteren Daihatsu Cuore des Vermissten, von den zum aufgefundenen PKW gehörigen Kennzeichen WSF-AL 97 fehlt bis heute jede Spur.

Laut Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd gibt es bis heute keinerlei Hinweise auf den Aufenthaltsort oder Verbleib von Hartmut Weiske – daher kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob der Vermisste untergetaucht oder Opfer einer Straftat geworden ist.

Die Polizei stellt folgende Fragen

  • Wer kann Hinweise zu dem Gesuchten geben?
  • Wer hatte nach dem 30.06.2017 Kontakt zu ihm?
  • Hat sich der Gesuchte zwischenzeitlich irgendwo eingemietet?
  • Wo sind die Kennzeichentafeln WSF-AL 97 verblieben? Sind diese jemandem irgendwo aufgefallen oder wurden sie gefunden?

Quelle: Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd, Pressemitteilung Nr. 233 / 2017

Brutaler Raub auf offener Straße
Ein Geschäftsmann will seine Einnahmen zur Bank bringen. Der Weg führt über eine belebte Kreuzung. Dort wird er bereits erwartet.

Am 30. Oktober 2017 wurde ein 39-jähriger Mann in unmittelbarer Nähe eines Geldinstituts in Düsseldorf-Bilk überfallen. Der Geschäftsmann, der eine IKEA-Tasche mit mehreren Geldmappen bei sich trug, wurde an der Brunnenstraße / Ecke Suitbertstraße von zwei bis heute unbekannten und etwa 20-30 Jahre alten Tätern angegriffen. Das Opfer versuchte noch zu fliehen, wurde aber von den Männern eingeholt und durch Reizgas und Schläge verletzt. Die Täter konnten mit dem Geld des 39-Jährigen in Richtung Merowingerstraße entkommen. Zur weiteren Flucht benutzten sie vermutlichen einen schwarzen Audi Q7, der mit mindestens einem weiteren Fahrer besetzt war.

Trotz einer hohen Belohnung in Höhe von 7.000€, blieben die Ermittlungen der Polizei Düsseldorf bisher ohne Erfolg. Daher bitten die zuständigen Ermittler nun mit Fotos und Filmaufnahmen die ZDF-Zuschauer um Hilfe.3)Düsseldorfer Fall bei Aktenzeichen XY in: Westdeutsche Zeitung, abgerufen am 12. Juni 2018

Mord ohne Grund?
Für Mord gibt es die verschiedensten Motive: Eifersucht, Habgier, Rache, … Nur für die grausame Hinrichtung einer Bar-Betreiberin findet sich 25 Jahre später noch immer kein Motiv.

Karin Rieck († 51)
Quelle: Polizei

Am 27. Oktober 1992 wurde Karin Rieck in ihrer Wohnung in der Berner Straße im Berliner Stadtteil Lichtenfelde von ihrem Lebensgefährten Günter S. tot aufgefunden. Die 51-Jährige, die in der Katharinenstraße in Berlin-Halensee die Bar “Karins Atelier” betrieb, war an jenem Dienstag zwischen 11 und 14 Uhr in ihrer Wohnung mit einem gezielten Kopfschuss ermordet worden.4)Mysteriöser Mord an einer Barbesitzerin – der Fall Karin Rieck aus rbb24.de, abgerufen am 12. Juni 2018

An der Wohnungstür fanden sich keinerlei Einbruchsspuren, im Haus hörte niemand einen Schuss und die Tatwaffe wurde nie gefunden. “Nach allem, was wir ermitteln konnten, wozu die Erhebung des Tatortes zählt und auch das Ergebnis der Obduktion, müssen wir davon ausgehen, dass es sich hier um einen äußerst professionellen Täter gehandelt hat, der sehr zielgerichtet vorgegangen ist”5)ebd. so Uwe Behrens von der zuständigen Mordkommission gegenüber rbb24.de. Und doch ergibt sich für die zuständigen Ermittler eine sehr interessante Spur: Das BKA in Wiesbaden führt eine sogenannte Tatmunitionssammlung. Darin enthalten sind Munitionsteile aus über 8.000 Tatwaffen. Bei den Untersuchungen ergab sich, dass die Waffe, mit der Karin Rieck im Oktober 1992 erschossen wurde bereits polizeilich bekannt war.

So wurde dieselbe Waffe bei Einbrüchen in ein Juweliergeschäft am Ku’damm im September 1991 und in einem Antiquitätengeschäft in der Passauer Straße in Schöneberg im März 1992 verwendet. Bei beiden Taten waren die Schaufensterscheiben durchschossen worden. Beim Einbruch in Schöneberg konnte darüber hinaus aufgrund von Blutspuren an der durchschossenen Scheibe ein DNA-Vollprofil erstellt und – bis heute ohne weiteren Treffer – in der DNA-Datenbank gespeichert werden. Da beide Einbrüche heute verjährt sind, erhofft sich die 5. Mordkommission des LKA Berlin auch Hinweise der damaligen Einbrecher zum weiteren Verbleib der Tatwaffe.

Insbesondere stellt die Mordkommission folgende Fragen

  • Wer kann Angaben zum Mord an Karin RIECK machen?
  • Wer kann Angaben zum Verbleib der Schusswaffe machen?
  • Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben?

Quelle: Berlin.de, Polizeimeldung vom 16.11.2017

Weitere in der Sendung geplante Fälle

“Suche nach Trickbetrüger bei „Aktenzeichen XY“” – Stuttgarter Nachrichten
“Mordfall Melanie Rehberger ist Thema bei „Aktenzeichen XY“” – Berliner Morgenpost

Sendetermin

Mittwoch, 13. Juni 2018 – 20.15 Uhr – ZDF (Wiederholung: 23:55 Uhr – zdfneo)

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Quellenverzeichnis   [ + ]

2 Kommentare

  1. Hm, also der Fall mit Herrn Weiske ost schon sehr merkwürdig. Wer kommt denn auf die bescheuerte Idee, ein Kennzeichen des gleichen Halters, zu klauen von dessen Grundstück zu klauen und am abgestellten Auto anzubringen anzubringen. Mir kommt da fast nur ein Gedanke, man wollte damit den Verdacht auf die anderen Hausbewohner, die Tochter oder den Schwiegersohn lenken. Irgendwie scheint dies eine sehr persönliche Geschichte zu sein. Für ein Kennzeichenklau, um Autos zu schmuggeln o.ä. wäre dies sicher zu umständlich bzw. zu risikobehaftet.

  2. Vielleicht lagen die Kennzeichen ohnehin im Auto? Herr Weisske wollte ja eine Oldtimermesse besuchen, vielleicht hatte er die Absicht, eventuell ein Auto zu kaufen und die Kennzeichen daran anzubringen.

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