Vorschau: Aktenzeichen XY am 6. September 2017

“Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.” So beschreibt das Strafgesetzbuch in §249 I jene Delikte, um die es in der 523. Ausgabe von Aktenzeichen XY … ungelöst am morgigen Mittwochabend vorrangig geht. Neben zwei Banküberfällen und einem Überfall auf einen Juwelier in Wuppertal, ist aber auch ein Mord an einer Prostituierten in Wolfsburg Thema der Sendung. Die Vorschau.

Zwei Überfälle – ein Täter
Eine Geschäftsfrau wird auf offener Straße überfallen. Auf der Flucht verliert der Täter seine Mütze. Fünf Jahre später klingelt derselbe Mann bei seinem nächsten Opfer an der Tür. (zdf.de)

Auffallende Ähnlichkeit…
Quelle: Polizei

Der erste Überfall ereignete sich bereits am 22. Dezember 2011 im Saarbrücker Stadtteil Klarenthal. An jenem Donnerstagabend gegen 18.40 Uhr überfielen vermutlich vier bis heute unbekannte Täter vor der dortigen Sparkassenfiliale in der Hauptstraße eine damals 48jährige Frau, die gerade die Tageseinnahmen eines Getränkemarktes zur Bank bringen wollte. Die mit Kapuzenpullis bekleideten Männer, die sich laut Zeugenaussagen bereits einige Zeit in der Nähe der Sparkasse aufgehalten hatten, schlugen ihr Opfer nieder und konnten mit dem entwendeten Bargeld entkommen. Von einem der Täter, der bei der Tatbegehung eine Wollmütze verlor, konnte ein Phantombild angefertigt werden.1)“Die Polizei bittet um Mithilfe” in Westmagazin Nr. 168, Januar 2012, Seite 2, abgerufen am 5. September 2017

…zwischen den Phantombildern
Quelle: Polizei

Zum zweiten Überfall kam es am 14. September 2015 im ebenfalls zu Saarbrücken gehörenden Stadtteil Dudweiler. Ein 21jähriger Mann wurde an jenem Montagmorgen beim Öffnen seiner Wohnungstür in der Straße “Im Heimgarten” von einem unbekannten Täter unvermittelt angegriffen. Aufgrund der heftigen Gegenwehr des Opfers, ergriff der etwa 22-28 Jahre alte und 170 cm große Mann mit dunklem Hautton, der saarländischen Dialekt sprach, ohne Beute die Flucht.2)“Raubüberfall in Dudweiler: Fahnung per Phantombild” in Saarbrücker Zeitung online, abgerufen am 5. September 2017 Eine DNA-Analyse, die aufgrund einiger herausgerissener Haare erstellt werden konnte, ergab, dass es sich bei den Taten in Dudweiler und Klarenthal um ein und denselben (Haupt-)Täter handelte. Auch die angefertigten Phantombilder weisen eine große Ähnlichkeit auf. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Überfälle führen, ist eine Belohnung in Höhe von 2.000€ ausgesetzt.3)“Fälle bei “Aktenzeichen XY”: Prostituierte lag tot in einem Bungalow” in Augsburger Allgemeine online, abgerufen am 5. September 2017

Blitzschnell zugeschlagen
Ein Juwelier schützt sich, so gut es geht, vor Räubern. Doch obwohl der Unternehmer an alles gedacht hat, kann er den Überfall nicht verhindern. (zdf.de)

Quelle: Polizei Wuppertal

Am 24. November 2016 überfielen drei unbekannte Täter einen Juwelier in Wuppertal-Barmen (Nordrhein-Westfalen). Gegen 10.10 Uhr betraten die Männer das Geschäft in der Straße “Werth” und bedrohten eine 43jährige Angestellte mit einer Waffe, schlugen sie und stießen sie zu Boden. Auch der 52jährige Inhaber des Juweliergeschäftes und eine weitere, 63jährige Angestellte wurden unter Bedrohung mit der Waffe gezwungen sich auf den Boden zu legen. Im weiteren Tatverlauf durchwühlten die Täter dann die Auslagen und Vitrinen des Geschäftes und konnten mit Uhren und Schmuck zunächst durch eine Einkaufspassage entkommen, bevor sie ihre Flucht – vermutlich mit Motorrollern – in Richtung Wuppertal-Oberbarmen fortsetzten.

Die Täter wurden wie folgt beschrieben:4)“Raub auf Juwelier in Barmen” in Focus online, abgerufen am 5. September 2017

Täter 1

  • 30-35 Jahre alt
  • ca. 180 cm groß
  • schlank
  • dunkle, kurze Haare
  • bekleidet mit Brille, hellem Mantel und hellblauer Jeans

Täter 2

  • etwa 30 Jahre alt
  • ca. 180 cm groß
  • kräftig
  • Vollbart
  • bekleidet mit dunkler Jeans, hellen Sportschuhen, lilafarbener Daunenjacke und dunkler Strickmütze mit Schirm
  • trug rote Sporttasche mit sich

Täter 3

  • 30-35 Jahre alt
  • ca. 185 cm groß
  • dunkler Vollbart und dunkle Haare
  • bekleidet mit olivgrüner Winterjacke, dunkler Hose, dunklen Schuhen mit heller Sohle und Baseballkappe
  • trug schwarz-weißen Rucksack mit sich

Laut einer gemeinsamen Presseerklärung der Staatsanwaltschaft und Polizei Wuppertal wird neben dem zuvor beschriebenen Überfall auf einen Juwelier in Wuppertal-Barmen ein weiterer Fall aus Wuppertal Thema der Sendung sein: Am 18. August 2017 kam es in Wuppertal-Elberfeld zu einer Messerstecherei, bei der ein Mann getötet und ein weiterer schwer verletzt wurde. Während in diesem Fall bereits zwei Tatverdächtige festgenommen werden konnten, befinden sich zwei weitere noch auf der Flucht. Hier erhoffen sich die zuständigen Behörden nun die Mithilfe der XY-Zuschauer.

Banküberfälle mit Riesenbeute
Zwei Bankräuber überfallen Sparkassenfilialen in Rheinland-Pfalz. Die Beute liegt im sechsstelligen Bereich. Aber die schwer bewaffneten Täter machen Fehler. (zdf.de)

Quelle: Polizei RLP

Der erste der beiden Banküberfälle ereignete sich am Mittwoch, den 1. Februar 2017. Um exakt 9.23 Uhr stürmten an jenem Morgen zwei maskierte und bewaffnete Männer in die Sparkassenfiliale in Oberkail (Eifelkreis Bitburg-Prüm / Rheinland-Pfalz). Sie bedrohten den Filialleiter, verschafften sich auf diese Weise Zugang zum Kassenbereich der Bank, erbeuteten einen fünfstelligen Bargeldbetrag und konnten unerkannt entkommen.

Die zuständigen Ermittler der Kriminaldirektionen in Trier und Koblenz sind sich sicher, dass dieselben Täter nur 3 Wochen später, am 22. Februar 2017, dann die Sparkassenfiliale in Boos (Landkreis Mayen-Koblenz / Rheinland-Pfalz) überfielen. Um 9.15 traten die etwa 175-180 cm großen und auch bei diesem Überfall maskierten und bewaffneten Täter die Tür zum Schalterraum der Bank ein, bedrohten einen Angestellten mit einer Schusswaffe und erbeuteten mehrere tausend Euro.5)“Aktenzeichen XY sucht Zeugen zu einem Banküberfall im Bitburger Land” in Trierischer Volksfreund online, abgerufen am 5. September 2017

Die ermittelnden Beamten setzen ihre Hoffnung nun neben den ZDF-Zuschauern vor allem in ein erstmals in Deutschland eingesetztes Verfahren. Hierbei wurde aus Bildern einer Überwachungskamera, die einen der Täter für kurze Zeit unmaskiert zeigten, ein dreidimensionales Video erstellt. Dieses erlaubt, den Mann aus allen erdenklichen Perspektiven zu betrachten.

Darüber hinaus fragt die Polizei:

  • Wer kennt die Personen auf den Bildern?
  • Wem sind die Personen im Vorfeld des Banküberfalls, insbesondere am Montagvormittag, 30. Januar, oder am Mittwochmorgen vor dem Banküberfall selbst im Umfeld der Kreissparkasse in der Wittlicher Straße aufgefallen?
  • Wer hat die Täter am Mittwochvormittag, 1. Februar, nach 9.23 Uhr auf ihrer Flucht, möglicherweise auf dem Weg zur oder auf der A 60, gesehen?

Quelle und weitere Bilder: Polizei RLP

Brutaler Mord im Rotlichtmilieu
Eine Prostituierte wird brutal ermordet. Zunächst tappt die Polizei im Dunkeln – doch dann melden sich Zeugen, die eventuell den Mörder am Tatort gesehen haben. (zdf.de)

Romery Altagracia Reyes Rodriguez († 33)
Quelle: Polizei

Der Mord an der 33jährigen Prostituierten Romery Altagracia Reyes Rodriguez ereignete sich am 11. November 2016 im Wolfsburger Stadtteil Vorsfelde (Niedersachsen). Die gebürtige dominikanische Staatsbürgerin hielt sich seit 2013 in Deutschland auf und wurde an jenem Freitagnachmittag gegen 15.15 Uhr in einem sog. Wohnungsbordell an der Straße “Am Bahnhof 7a”, welches in der Region als “Sandys Freizeittreff” bekannt ist, gefesselt und – durch stumpfe Gewalteinwirkung gegen den Kopf – ermordet aufgefunden. Die zuständige Mordkommission “MoKo Bahnhof” geht davon aus, dass der Täter sich an diesem Tag längere Zeit in dem Etablissement aufgehalten haben muss. Romery Altagracia Reyes Rodriguez, die sich seit dem 6. November 2016 in Wolfsburg aufhielt, war in verschiedenen Städten Deutschlands als Prostituierte tätig und wechselte ihren Aufenthaltsort grundsätzlich nach einer Woche. Ihre Dienste bot sie hierzu vorwiegend im Internetportal ladies.de an, in welchem sie als Monika, Lorena, Lucia oder Natascha auftrat.6)“POL-WOB: Mordkommission Bahnhof richtet anonymes Hinweisportal ein – 5000 Euro Belohnung – www.bkms-system.net/moko-bahnhof” in: presseportal.de, abgerufen am 5. September 2017

Wer kennt diesen Mann?
Quelle: Polizei

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes an Romery Altagracia Reyes Rodriguez führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5.000€ ausgesetzt. Für anonyme Hinweise, haben die Staatsanwaltschaft Braunschweig und die Wolfsburger Polizei ein eigenes Hinweisportal im Internet eingerichtet. Dieses ist in deutscher und spanischer Sprache abrufbar. Von den rund 300 Spuren, denen die Polizei nach dem Mord nachgeht, ist vor allem eine Handynummer von besonderem Interesse, von der die Prostituierte in den Tagen vor ihrer Ermordung mehrere Anrufe erhielt. Die inzwischen gesperrte Rufnummer, deren Besitzer nicht ermittelt werden konnte, lautet: 0152-07878111. Außerdem bittet die Polizei unter Zuhilfenahme eines Phantombildes um Mithilfe bei der Identifikation eines Mannes mit blauem Kapuzenpullover, der sich im Tatzeitraum vom Bordell entfernte.7)“Ermordete Prostituierte in Vorsfelde: Neue Details bekannt” in: Wolfsburger Allgemeine online, abgerufen am 5. September 2017

Der XY-Preis 2017
Zehn Jugendliche gehen mit Messern und Golfschlägern auf zwei Gleichaltrige los. Mehrere Erwachsene schauen tatenlos zu – nur eine 17-Jährige greift beherzt ein und verhindert Schlimmeres (zdf.de)

Sendetermin

Mittwoch, 6. September 2017 – 20.15 Uhr – ZDF (Wiederholung: 00:00 Uhr – zdfneo)

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