Vorschau: Aktenzeichen XY am 9. August 2017

In der 522. Ausgabe von “Aktenzeichen XY … ungelöst” bittet die Kriminalpolizei die ZDF-Zuschauer am morgigen Mittwochabend gleich im Fall dreier Tötungsdelikte um Mithilfe. Neben dem “Cold Case” Wilhelm Rettberger, der vor über 33 Jahren in Nienburg an der Weser ermordet wurde und dem seit 2012 vermissten und im Jahr 2016 tot aufgefundenen Resat Özdemir aus Velbert, geht es vor allem um eine 2004 aufgefundene Babyleiche im niedersächsischen Uslar. Besonders mysteriös: Das Kind war in ein fast 100 Jahre altes Handtuch mit Initialen eingewickelt, zu dem sich die zuständige Polizei weitere Hinweise erhofft. Die Vorschau.

Babyleiche an Bundesstraße
Straßenarbeiter machen eine grausige Entdeckung. Sie finden ein ermordetes Baby, eingewickelt in ein fast 100 Jahre altes Handtuch. Wer war die Besitzerin? (zdf.de)

Das Monogramm “HK”
Quelle: Polizei Northeim

Am 11. März 2004 fanden die Mitarbeiter eines Bauhofs die Leiche des getöteten Kindes an der Bundesstraße 241 in Uslar (Landkreis Northeim / Niedersachsen). Das Baby hatte vermutlich wochenlang unbemerkt dort gelegen und war in ein Handtuch, einen Stoffbeutel und eine Plastiktüte gewickelt. Allerdings hatte sich nach nach dem Auffinden des Kindes ein Zeuge gemeldet, der angab, das Bündel ein Stück vom Straßenrand entfernt zu haben, damit niemand über das Hindernis stolpere – hinein gesehen hatte er allerdings in den Beutel nicht. Die anschließende Obduktion ergab, dass das Baby nach der Geburt gelebt hatte und durch stumpfe Gewalt getötet wurde. Bis heute sind weder die Identität des Kindes, noch die eines möglichen Täters bekannt. Ungewiss ist zudem, ob das Baby nach der Geburt von der Mutter oder von einem Fremden getötet wurde.1)“Getötetes Baby von Uslar: Tat von 2004 Thema bei Aktenzeichen xy” in: Hessische/Niedersächsische Allgemeine online, abgerufen am 08.08.2017

13 Jahre nach dem Auffinden der Leiche wendet sich die Polizei nun an die XY-Zuschauer. Besondere Hoffnung  legen sie hierbei in das Handtuch, in welches das Baby eingewickelt war. Dieses stammt aus der Zeit des beginnenden 20. Jahrhunderts und gehörte wohl zur Aussteuer einer Frau. Es trägt zudem die Initialen “HK”. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, hat die Staatsanwaltschaft Göttingen eine Belohnung in Höhe von 1.000€ ausgesetzt.2)“Totes Baby aus Uslar Thema bei “Aktenzeichen XY”” in: NDR.de, abgerufen am 08.08.2017

Mord an der Weser
Ein Toter wird am Weser-Ufer gefunden. Das Motiv für die Tat ist rätselhaft. War der leidenschaftliche Angler einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort? (zdf.de)

Wilhelm Rettberg († 49)
Quelle: Staatsanwaltschaft Verden (Aller)

Dieser “Cold Case” ereignete sich vor über 33 Jahren, am 3. Juli 1984. An jenem Dienstagabend hatte sich der 49-jährige Hobbyangler Wilhelm Rettberg aus Nienburg (Niedersachsen) auf den Weg zum dortigen Weserwall gemacht, um nach Würmern zu suchen. Am nächsten Morgen gegen 6.50 Uhr fanden dann Passanten an der Uferbefestigung in Höhe des Bürgermeister-Stahn-Walls seine Leiche. Die Obduktion ergab, dass er an massiven Gewalteinwirkungen gegen den Kopf und einem daraus resultierenden Schädel-Hirn-Trauma verstarb. Aufgrund einiger fehlender Gegenstände aus dem Besitz des Opfers geht die Polizei davon aus, dass Wilhelm Rettberg das Opfer eines Raubmordes wurde.3)“Ungeklärter Fall aus Nienburg bei „Aktenzeichen XY-ungelöst“” in Mindener Tageblatt online, abgerufen am 08.08.2017

Fehlende Gegenstände aus dem Besitz des Opfers:

  • Armbanduhr (goldfarbenes Gehäuse, dunkles Ziffernblatt mit hellen Zahlen, schwarzes Lederarmband)
  • Taschenuhr (Durchmesser: 4,5 cm, weißes Ziffernblatt, geriffeltes Muster auf der Rückseite, silberne 20 cm lange Kette)
  • Brieftasche und Geldbörse mit Bargeld in Höhe von 300 Mark, Reisepass
  • Kugelschreiber der Bundeswehr mit Antenne
  • dunkelblaue Prinz-Heinrich-Mütze mit Abzeichen des Angelvereins Nienburg
  • vermutlich: Reval-Zigaretten und eine Maschine zum Drehen von Zigaretten

Die Brieftasche, die Geldbörse und der Reisepass des Opfers tauchten später wieder auf. Sie wurden in einem leer stehenden Gebäude am Burgmannshof (Eingang Lange Straße) in rund 400 m Entfernung vom Tatort gefunden.

Polizei und Staatsanwaltschaft wenden sich mit folgenden Fragen an die Bevölkerung:

  • Wer hat am Tatort in dem genannten Zeitraum Personen in dem Tatortbereich beobachtet?
  • Wer hat in dem Tatzeitraum oder am Morgen des 04.07.1984 Blutspuren an Bekleidung und/oder Schuhen einer Person gesehen, die möglicherweise im Tatzusammenhang stehen könnten?
  • Wer hat nach der Tat plötzlich über Bargeld verfügt?
  • Wer kann Angaben zu dem Verbleib der Uhren machen?
  • Wurden solche Uhren jemandem zum Kauf angeboten?
  • Wer kann Angaben zu der verschwundenen Prinz-Heinrich-Mütze des Getöteten machen, an der sich ein Aufnäher des Nienburger Angelvereins befand?
  • Wer hat in dem relevanten Zeitraum und auch am Tag des 04.07.1984 relevante Beobachtungen in der Gasse Burgmannshof gemacht?
  • Wer hat sonstige Gegenstände in Besitz einer anderen Person gesehen, die augenscheinlich dem Getöteten gehören?

Quelle: PRESSEINFORMATION DER STAATSANWALTSCHAFT VERDEN (ALLER) NR. 12/17 VOM 04.08.2017

Die ermittelnden Behörden gehen davon aus, dass es im Fall des ermordeten Wilhelm Rettberg Mitwisser gibt, die sich bisher nicht an die Polizei gewandt haben. Die Staatsanwaltschaft Verden (Aller) hat für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 5.000€ ausgesetzt.4)“Erschlagener Angler: Neue Ermittlungen im Fall Wilhelm Rettberg” in: kreiszeitung.de, abgerufen am 08.08.2017

Grauenvolle Erkenntnis
Ein junger Familienvater verstrickt sich in dubiose Machenschaften – dann verschwindet er. Jahre später bestätigen sich die schlimmsten Befürchtungen: Er wurde ermordet. (zdf.de)

Resat Özdemir († 28)
Quelle: Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr-Kreis

Über 4 Jahre galt der zum Zeitpunkt seines Verschwindens 28-jährige Resat Özdemir aus Velbert als vermisst. Der Ehemann und Vater von zwei kleinen Kindern wollte sich am 5. April 2012 gegen 19 Uhr gemeinsam mit einem Bekannten ein Geschäft in Gelsenkirchen anschauen. Dazu verließ er an jenem Donnerstagabend seine Wohnung in der Uhlandstraße. Sein mitgeführtes Handy konnte zuletzt in Bochum geortet werden, danach verlor sich von dem jungen Familienvater jede Spur. Im Oktober 2016 fanden dann Spaziergänger im Naturschutzgebiet Katzenstein im Hattinger Stadtteil Blankenstein (Nordrhein-Westfalen) einen menschlichen Schädel. Durch umfangreiche Suchmaßnahmen fand die Polizei schließlich weitere vergrabene Knochen und ein verwittertes Portemonnaie mit Dokumenten des Verstorbenen. In einer Pressemitteilung der Kreispolizeibehörde Ennepe-Ruhr-Kreis sagte Tobias Puspas, Leiter der zuständigen Mordkommission “Blankenstein” von der Polizei Hagen: “Resat Özdemir wurde von zu Hause weggelockt und noch am gleichen Tag getötet. Die Leiche wurde zum späteren Auffindeort transportiert und dort vergraben” – dieses habe wohl mit seinen Geschäften als Kreditgeber zu tun, mit denen sich der Metallschleifer sein Einkommen aufbesserte. Der Ermordete habe größere Summen Bargeld gegen hohe Zinsen verliehen.

Die zuständigen Ermittler wenden sich nun am morgigen Mittwochabend an die ZDF-Zuschauer und mögliche Zeugen. Neben allgemeinen Beobachtungen seien vor allen Dingen Hinweise zu Mittätern, Gehilfen oder anderen Personen interessant, die möglicherweise tatrelevante Angaben gemacht hätten. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes an Resat Özdemir führen, hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung in Höhe von 5.000€ ausgesetzt.5)“POL-EN: Der Fall des getöteten Resat Özdemir aus Velbert im ZDF / Die Leiche war im Oktober 2016 in Hattingen gefunden worden; letzte Handy-Standorte des Opfers in Bochum” in: presseportal.de, abgerufen am 08.08.2017

Herzstillstand nach Raub
Drei maskierte Männer überfallen ein Ehepaar brutal in dessen Haus. Nach der Tat erleidet die Frau einen Herzstillstand. Im Krankenhaus beginnt ein Kampf um Leben und Tod. (zdf.de)

Der Fall ereignete sich am 22. April 2016 in Walsrode (Niedersachsen). Die vier maskierten Täter waren gegen 22 Uhr in das Ferienhaus des zum Tatzeitpunkt 78 und 69 Jahre alten Rentnerpaares eingedrungen und hatten die bereits schlafenden Bewohner überwältigt und gefesselt. Anschließend durchsuchten sie das Haus und konnten mit Schmuck, Uhren, Bargeld und einer Waffe entkommen.6)“Brutaler Überfall auf Rentnerpaar bei „Aktenzeichen XY“” in: Neue Osnabrücker Zeitung online, abgerufen am 09.08.2017 Bei dem Überfall erlitt die Frau einen Schock und einen daraus resultierenden Herzstillstand und musste intensivmedizinisch versorgt und reanimiert werden.

Die Täter wurden als männlich und etwa 180 cm groß beschrieben. Während der Tatbegehung trugen sie olivfarbene Overalls und schwarze Handschuhe und waren mit dunklen Sturmhauben maskiert.7)“POL-HK: Walsrode: Bewohner im Haus überfallen” in: presseportal.de, abgerufen am 09.08.2017

Sendetermin

Mittwoch, 9. August 2017 – 20.15 Uhr – ZDF (Wiederholung: 00:05 Uhr – zdfneo)

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