Vorschau: “Wo ist mein Kind?” am 10. Oktober 2018

Dass Kinder und Jugendliche verschwinden ist in der polizeilichen Arbeit keine Seltenheit. Die meisten von ihnen kehren allerdings nach wenigen Tagen zu ihren Familien zurück. Die Fälle, die Rudi Cerne in der 9. Ausgabe des Aktenzeichen XY … ungelöst – Spezials “Wo ist mein Kind?” am morgigen Mittwochabend vorstellt, liegen zum Teil bereits über 20 Jahre zurück. In diesen Cold Cases hoffen die Angehörigen und ermittelnden Beamten endlich auf den entscheidenden Durchbruch. Die Vorschau.

Leonie Gritzka
Die 15-jährige Leonie Gritzka hat einen neuen Freund, er ist fast doppelt so alt wie sie. Am 22. Juli 2016 holt der angebliche Freund sie in der Stadt ab. Seitdem fehlt jedes Lebenszeichen.

Leonie Gritzka
Quelle: Polizei

Mehr als 2 Jahre ist Leonie Gritzka aus Remscheid nun verschwunden. Die damals 15-jährige verließ am Freitag, den 22. Juli 2016 gegen 16 Uhr die Wohnung in der Rathausstraße, in der sie zusammen mit ihrer Mutter lebte. Zum weiteren Ablauf des Verschwindens gibt es unterschiedliche Zeugenaussagen. So will Leonie Gritzka einem Bekannten gegenüber von einer Frankfurter Bekanntschaft erzählt haben, der sie abholen wolle. Ein anderer Zeuge gab an, die Schülerin sei in der Alleestraße in ein rotes Auto mit Kölner Kennzeichen gestiegen.

Weitere Sichtungen der Vermissten gibt es aus dem oberbergischen Hückeswagen. Dort fiel Leonie Gritzka Ende August und Anfang September zwei Bekannten in einer Eisdiele und einem Supermarkt auf. Seitdem fehlt von der 15-Jährigen aber definitiv jede Spur. Ihr Mobiltelefon ist ausgeschaltet und auch bei facebook ist sie seither nicht mehr online gewesen. Die Polizei fragt nun, wer Leonie in der Zwischenzeit gesehen hat oder Hinweise geben kann, die zu ihrem Aufenthaltsort führen. Gegenüber der Rheinischen Post sagte die Remscheider Polizeisprecherin Hanna Meyerratken: “Ein Gewaltverbrechen können wir nicht ausschließen, doch haben wir bisher keinen Hinweis darauf.”

Brigitte Volkert
Als die vier Kinder von Brigitte Volkert am Morgen des 23. November 2005 aufstehen und sich für die Schule fertig machen wollen, ist ihre Mutter einfach verschwunden.

Brigitte Volkert
Quelle: Polizeipräsidium Unterfranken

Seit beinahe 13 Jahren – genauer seit dem 23. November 2005 – fehlt von der damals 27-jährigen Brigitte Volkert jede Spur. An jenem Mittwoch verließ die junge Ehefrau und vierfache Mutter gegen 6 Uhr morgens ihr Wohnhaus im unterfränkischen Burgsinn (Landkreis Main-Spessart) und kehrte nicht mehr zurück. Die zuständige Polizei, die seit einiger Zeit von einem Gewaltverbrechen ausgehen muss und eine Belohnung in Höhe von 10.000 € für Hinweise ausgesetzt hat, die zur Ergreifung des Täters führen, hat die Ermittlungen im Fall Brigitte Volkert nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft nun wieder aufgenommen.

Hierbei legen die Ermittler ein besonderes Augenmerk auf die Öffentlichkeitsarbeit und bitten in diesem Cold Case am morgigen Mittwoch die XY-Zuschauer um Mithilfe – vor allem bei der Beantwortung folgender Fragen.

Die zuständige Kripo Würzburg fragt…

  • Wer hat Brigitte Volkert seit den Morgenstunden des 23.11.2005 im Bereich Burgsinn oder den angrenzenden Waldgebieten gesehen?
  • Wer war zu diesem Zeitpunkt dort unterwegs? Denkbar wären Jogger, Zeitungsausträger, Lieferanten, Anwohner, die mit Hunden Gassi gingen, Landwirte oder Jäger. Wir bitten um jeden Hinweis, egal wie banal die Wahrnehmung erschienen ist.
  • Gezielt suchen wir nach einer Joggerin, die im angrenzenden Waldbereich an jenem Morgen unterwegs gewesen sein soll. Sie hat sich bis jetzt noch nicht bei der Polizei gemeldet und ist eine wichtige Zeugin.
  • Wer kann Angaben zum sozialen Umfeld von Frau Volkert machen? Welche Lebensgewohnheiten hatte sie? Zu wem hatte sie Kontakt? Wir bitten darum, dass sich auch alle damals von der Polizei evtl. bereits Befragten nochmals melden.

Quelle: Polizei Bayern

Georgine Krüger
Die 14-jährige Georgine trennen nur wenige Hundert Meter von ihrem Zuhause – doch dort kommt sie nie an. Das war 2006. Wo ist “Gina” heute?

Georgine Krüger
Quelle: Polizei Berlin

Der Vermisstenfall Georgine Krüger, die am 25. September 2006 in Berlin-Moabit aus einem Bus ausstieg und spurlos verschwand, erlangte deutschlandweit Bekanntheit. Trotz umfangreicher Ermittlungen mit rund 230 Hinweisen, einer bereits nach 2 Tagen eingerichteten Mordkommission und einem mysteriösen Anruf im März 2018, der als Spur 225 bisher als der vielversprechendste Hinweis gilt, blieb das Verschwinden der 14-jährigen Schülerin bis heute ungeklärt. Genau um diesen Anrufer und seine Identität geht es auch vorrangig in der morgigen Spezialsendung von Aktenzeichen XY … ungelöst. Der bisher unbekannte Mann buchstabierte in einem Telefonat mit der Berliner Polizei zunächst den Namen des vermissten Mädchens, und gab dann an, dass man Georgine im Brieselanger Wald im Havelland finden könne. Trotz einer sofort eingeleiteten umfangreichen Suchaktion unter Zuhilfenahme von Leichenspürhunden und Drohnen, konnten im durch den Anrufer beschriebenen Waldstück keinerlei Entdeckungen gemacht werden.

Die zuständige 6. Mordkommission aus Berlin fragt…

  • Wer erkennt die Stimme des unbekannten Hinweisgebers?
  • Wer kann Angaben zu seiner Identität oder Aufenthalt geben?

Quelle: Polizei Berlin

Andreas Dünkler
Der 29-jährige Jurastudent Andreas Dünkler geht am 18. Februar 1997 mit seinen Freunden ein Bier trinken. Danach verliert sich seine Spur.

Andreas Dünkler
Quelle: Polizei

Der am längsten zurückliegende Fall der morgigen Spezialsendung hat sich in Hamburg zugetragen. Dort verschwand vor mehr als 21 Jahren der damals 29-jährige Student Andreas Dünkler, nachdem er in der U1 in Richtung Norderstedt zuletzt lebend gesehen worden war. Ursprünglich hatte Andreas Dünkler geplant, mit Freunden das Bundesliga-Spiel FC St. Pauli gegen den VfL Bochum am Millerntor anzuschauen. Durch Sturmtief “Caroline” war das Stadion aber beschädigt worden und das Spiel wurde abgesagt. Daraufhin waren die Freunde noch auf ein Bier in eine Kneipe gegangen und hatten sich später am Hauptbahnhof verabschiedet.

Ein Zeuge gab an, einen Mann, der große Ähnlichkeit mit Andreas Dünkler gehabt haben soll, gegen 23 Uhr in der U-Bahn gesehen zu haben. Dieser habe abwesend und verletzt gewirkt und sei von zwei weiteren Männern gestützt worden. An der Haltestelle Kellinghusenstraße hätten die Männer den Mann aus der Bahn geschleift, wobei auf dem Sitzplatz ein vermeintlicher Blutfleck zurück geblieben sei. Beide Männer seien etwa 180 cm groß gewesen und hätten sich in einer fremden Sprache unterhalten. Die “Ermittlungsgruppe 163 – Cold Cases” der Hamburger Kripo erhofft sich am morgigen Mittwochabend neue Hinweise durch die ZDF-Zuschauer.

Sendetermin

Mittwoch, 9. Oktober 2018 – 20.15 Uhr – ZDF (Wiederholung: 00:05 Uhr – zdfneo)

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